Neuer AStA mit alten Gesichtern

Auf der konstituierenden Sitzung des Studierendenparlamentes wurde am vergangenen Freitag, wie zu erwarten war, ein neuer AStA gewählt. Die Gruppen „Bund Internationaler Studierender“ (BIS), „Odeon/Campusbash“, RCDS, LHG und die PARTEI fanden sich, auch wenn sie es selbst nicht so nennen möchten, zu einer Koalition zusammen und wählten den neuen AStA. Der Schwerpunkt in der neuen Konstellation liegt bei „Campusbash“, die mit Josua Schneider den neuen und alten AStA-Vorsitzenden stellen und darüber hinaus die Zuständigen für das „Kulturreferat“ und das neu geschaffene „Marketingreferat“, welches die Aufgabe haben soll, den AStA in der Studierendenschaft bekannter zu machen.

Die interessanteste Personalie im neuen AStA ist der hochschulpolitische Referent Akif Yurduseven (BIS), ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Islamischen Hochschulgemeinschaft Wuppertal (IHG). Es ist natürlich jedem selbst überlassen, welchen Hobbies er privat nachgeht und noch zu früh, um abschätzen zu können, wie er die Referatsarbeit gestalten wird, doch einer Vermischung von Religion und Politik stehen wir grundsätzlich kritisch gegenüber, sei es in Form einer stärkeren Verflechtung von AStA und religiösen Gruppierungen oder indem der AStA Personen einen Bühne bietet, die sich nicht klar dazu bekennen, dass Religion Privatsache ist. Wir werden daher besonders die hochschulpolitische Arbeit des AStA in dieser Legislaturperiode kritisch prüfen.

Die kümmerlichen Überreste des einst dominierenden bürgerlichen Lagers wurden auch in den neuen AStA eingebunden. Die Koalition wählte den bisherigen AStA-Vorsitzenden Sven Metz (LHG) trotz eines angesichts seiner herausgehobenen Stellung enttäuschenden Ergebnisses von acht Stimmen bei der StuPa-Wahl erneut in den Vorsitz. Man war offensichtlich mit seiner bisherigen Arbeit sehr zufrieden und wollte auch im neuen Vorsitz nicht auf seine Kompetenz und Expertise verzichten. Der RCDS hat dagegen völlig aufgegeben und niemanden in den AStA entsendet. Es reichte ihnen offenbar, unter Aufbietung aller Kräfte noch einmal die Linken an der Übernahme des AStA gehindert zu haben und mit dem allseits bekannten Sebastian Richter ein Mitglied des StuPa-Präsidiums zu stellen. Richter, der sich als AStA-Vorsitzender 2011/12 redlich bemühte, die Aufgaben seines Amtes gewissenhaft zu erledigen, sorgte auch für große Erheiterung auf der Sitzung. Nachdem er StuPa-Parlamentariern satzungswidrig das Recht auf Einzelabstimmung über die vorgeschlagenen Referentinnen und Referenten verweigern wollte, wurde er von einem Gast zurecht aufgefordert, sich an die Satzung zu halten, was er mit der Aussage quittierte, er habe dazu keine Lust. Wir haben keine Lust auf einen StuPa-Präsidenten, der mit seiner ganz besonderen Art der Amtsführung die Arbeit des StuPa unnötig erschwert und möchten uns daher für ein geeigneteres Mitglied im StuPa-Präsidium einsetzen.

Nachdem die letzte Legislaturperiode mit Einheitsbegeisterung begann steht jetzt wieder eine stärkere Polarisierung bevor, trotz der unermüdlich vorgetragenen Beteuerungen, man wolle doch ganz „ideologiefrei“ allen Positionen und Projekten Raum geben. Unabhängig vom vermeintlichen Wohlwollen des neuen AStA, der ohnehin auf Sand gebaut ist, wird der SDS weiterhin seine politischen Projekte umsetzen und sich für eine stärkere Politisierung der Studierendenschaft einsetzen.

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Eine Antwort zu Neuer AStA mit alten Gesichtern

  1. Kai Schumann schreibt:

    „…was er mit der Aussage quittierte, er habe dazu keine Lust.“ Großartig! Aber die Grünen sind doch auch drin, oder?

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